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NEWSLETTER 1/2019

Liebe Leserinnen und Leser,

willkommen bei dem Newsletter der ‚Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.‘ (GSP). Wir sind die älteste und größte sicherheitspolitische Vereinigung Deutschlands und bundesweit sowie in vielen Schichten der Gesellschaft präsent. Mit über 6000 Mitgliedern in sieben Landesbereichen und rund 90 aktiven Sektionen diskutieren und vermitteln wir Sicherheitspolitik gehaltvoll, sachkundig, parteiunabhängig, ideologiefrei, bunt und mit Herzblut. Unser Newsletter ist zentraler Kommunikationskanal, informiert über Arbeit, Aktivitäten, Positionen und Personen der GSP auf Bundes-, Landes- und Sektionsebene, gibt Anstöße zur sicherheitspolitischen Debatte und dient der Information von Mitgliedern und Interessierten. Infos auch auf unserer Webpage. Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 16. Juli 2019. Der nächste Newsletter (2/2019) erscheint Ende September.

Hier finden Sie alle Newsletter nochmal zum Nachlesen.
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NEUES AUS DER GSP
Die Bundesversammlung hat vor der Sommerpause einen neuen Bundesvorstand gewählt – und ich darf mich Ihnen herzlich als neuer Präsident der ‚Gesellschaft für Sicherheitspolitik‘ vorstellen. Wir werden getragen von ehrenamtlichem Engagement und einem ‚bürgerschaftlichen Geist‘ unserer Mandatsträger, den rd. 6000 Mitgliedern und einer großen Zahl weiterer Personen. Aber wir müssen und werden als neuer Bundesvorstand intensiv über neue Wege und Formate der sicherheitspolitischen Bildungsarbeit und Kommunikation nachdenken und diese im Dialog mit den Landesvorsitzenden und Sektionsleitern entwickeln und dann konsequent gemeinsam umsetzen. Ich möchte Präsident einer GSP sein, die sich intensiv mit allen an der Sicherheitspolitik Interessierten austauscht, sie noch stärker in Debatten einbindet und dabei Plattformen bereitstellt, in denen lebendige und gerne auch hoch kontroverse Debatten geführt und Informationen vermittelt werden. Nach meiner festen Überzeugung muss die GSP für breitere Teile der Gesellschaft interessant sein – und kann an manchen Stellen noch interessanter werden. Ohne unsere bisherigen Kernmilieus zu verlieren müssen wir auch jünger, weiblicher und vielfältiger werden.

In vielen Sektionen funktioniert das bereits gut, insgesamt aber können wir noch ein wenig schwungvoller und experimentierfreudiger werden. Nur so gelingt auch der an vielen Stellen anstehende Generationenumbruch in den Sektionen. Wir sind gerade mit einem ganz neuen Internetauftritt unter der bekannten Adresse www.gsp-sipo.de an den Start gegangen. Dort gibt es viele Neuerungen, u. a. diesen Newsletter und ein neues ‚Sicherheitspolitisches Forum‘ zum Mitdiskutieren. Die Arbeit vor Ort wird ebenso sichtbarer wie die Aktivitäten der Bundesebene.

Basis für eine erfolgreiche Arbeit bleibt der Wille zum ehrenamtlichen Mitwirken möglichst vieler engagierter Menschen jeden Alters und mit ganz unterschiedlichen Hintergründen. Denn wir wissen: Sicherheit geht alle an! Ich lade Sie alle herzlich ein, sich zu engagieren und die GSP gemeinsam in die Zukunft zu führen. 

Ihr

Prof. Dr. Johannes Varwick, Präsident

Hier finden Sie den ersten Brief des neuen Präsidenten an die Sektionsleiter und Mandatsträger der GSP von Juni 2019.

Hier finden Sie den Namensbeitrag des neuen Präsidenten in der Zeitschrift „Europäische Sicherheit und Technik“ vom Juli 2019
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AKTIVITÄTEN UND VERANSTALTUNGEN
Die ‚Gesellschaft für Sicherheitspolitik‘ führt jährlich etwa 600 Veranstaltungen in allen Teilen Deutschlands durch. An dieser Stelle finden Sie jeweils eine kleine Auswahl an Veranstaltungen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands – eine komplette Übersicht finden Sie hier. Sie können sich vor Ort informieren und engagieren oder sich auf unserer webpage direkt für die Veranstaltung Ihrer Wahl anmelden.
Veranstaltungshinweis: „Die unterschätzte Gefahr – waren wir zu tolerant?“ Vortrag und Diskussion am 24. Juli 2019 um 19 Uhr. Sektion Minden.
Veranstaltungshinweis: „Sicherheitspolitische Studienfahrt 2019 nach Celle“ Vom 04. August bis zum 09. August 2019. Sektion Waldeck-Frankenberg.
Veranstaltungshinweis: „ Atlantischer Sommer – 70 Jahre NATO – Zeit zum Feiern?“ Vortrag und Diskussion am 17. August 2019. Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Veranstaltungshinweis: „Besuch der Schule ABC-Abwehr und gesetzliche Schutzaufgaben in Sonthofen“ Truppenbesuch am 19. September 2019. Sektion Ostwürttemberg.
Pressebericht zur Veranstaltung: „Russland – Partner oder Bedrohung?“ Vortrag und Diskussion vom 26. Juni 2019. Sektion Delmenhorst.
Bericht zur Veranstaltung: „Korea-Sardelle zwischen den Walen - Die Lage auf der Koreanischen Halbinsel“ Vortrag und Diskussion vom 27. Juni 2019. Sektion Bad Kissingen.
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NEUES AUS DEM GSP-FORUM
Über unsere Vorträge und Veranstaltungen hinaus können Sie sich aktiv an der Diskussion zu sicherheitspolitischen Themen beteiligen. Mit unserem GSP-Forum, bestehend aus Facebook- und Twitterseite sowie Blog, wollen wir ein lebendiges Interesse an zentralen sicherheitspolitischen Fragestellungen wecken bzw. verstetigen. Dabei ist Sicherheitspolitik in der Regel kontrovers und ein klares ‚Richtig‘ oder ‚Falsch‘ ist eher die Ausnahme. Umso wichtiger ist der Austausch guter und sachlicher Argumente aus ganz verschiedenen Perspektiven. Dies können Sie bei uns auf unterschiedlichen Kanälen tun – in unserem eigenen Blog oder unter Nutzung unserer Auftritte in Sozialen Medien. Machen Sie mit und bringen Sie sich mit Ihrer Meinung ein! 

Link zum GSP-Forum
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DREI FRAGEN AN...

(Dr. Marcus Pindur, Photo: Deutschlandfunk)
Diesmal: Dr. Marcus Pindur, Korrespondent für Sicherheitspolitik, Deutschlandfunk 

1. Wie schätzen Sie die aktuelle sicherheits-politische Lage ein?

Vieles ist in der Schwebe. Die wichtigste Unwägbarkeit für Deutschland und die Europäer: Wie werden die USA sich in Zukunft verhalten? Trumps Instinkte tendieren dazu, die vorwiegend als Bürde interpretierten Bündnissysteme der USA aufzukündigen. Egal, ob Trump wiedergewählt wird: die Europäer und besonders die Deutschen müssen sich darauf einstellen, mehr Verantwortung und mehr Kosten für Abschreckung und Aufrechterhaltung globaler Normen zu übernehmen. Landesverteidigung wird in nächster Zeit Vorrang haben – doch Krisen in unmittelbarer Nachbarschaft (Ukraine, Syrien, Libyen) werfen auch Fragen der militärischen Handlungsfähigkeit der Europäer jenseits des Bündnisgebietes auf.

2. Welches außen- oder sicherheitspolitische Buch haben Sie grundsätzlich oder zuletzt mit Gewinn gelesen?

Robert Kagan: The Jungle Grows Back. America and Our Imperiled World. New York, Knopf, 2018. 163 Seiten.

Ein brillanter Essay über die Zerbrechlichkeit grundlegender internationaler Ordnung und über die Rolle, die die USA (und ihre Verbündeten) in der Welt spielen sollten: Nämlich eine aktive, involvierte. Die USA sollten sich Kagans Argumentation zufolge nicht auf die trügerische, enge Interpretation des Amerikanischen Interesses im Sinne eines ‚America First‘ beschränken. Ein amerikanischer Rückzug würde die Welt unsicherer machen – weil der ‚Dschungel‘, der die internationalen Beziehungen Jahrtausende gekennzeichnet habe, dann zurückwachsen werde. Kagan argumentiert luzide aufgrund historischer Evidenz. Ein Buch, das sich ebenso als politischer Appell wie als analytische Geschichte der internationalen Beziehungen seit 1945 liest.

3. Deutsche Sicherheitspolitik finde ich…

…zu tabubesetzt, zu selbstbezogen, zu kraftlos.
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KÖPFE DER GSP
Die GSP lebt von dem Engagement ihrer Mitglieder und Funktionsträger in allen Teilen Deutschlands. Hier werden regelmäßig Menschen der GSP vorgestellt, und über Ihre Ziele, Motive und Ansätze, in der GSP Sicherheitspolitik zu diskutieren, berichtet.

Heute stellen wir Ihnen vor: Die Leitung der Sektion Rheine, Landesbereich III, Sektionsleiter Josef Verschüer (59) und sein Stellvertreter Oliver Meer (48)

Die Sektion Rheine wurde zwar schon vor vielen Jahren gegründet und traditionell war Rheine ein bedeutender Militärstandort mit zeitweise 5000 stationierten Soldaten – von denen heute fast kein einziger übrig geblieben ist. So war die Sektion seit den späten 1990er Jahren zehn Jahre lang nicht wirklich aktiv, bis sie 2015 wiederbelebt wurde und nun ein sehr präsenter Bestandteil im Landesbereich III der GSP ist. Verschüer leitet die Sektion seit 2016, er war Berufssoldat und ist seit 2014 pensioniert, ist im Stab des deutsch-niederländischen Korps in Münster beordert und übt dort regelmäßig. Sein Stellvertreter Meer ist seit fast zwei Jahrzehnten Lehrer für die Fächer Informatik und Physik und zudem seit 2012 Schulleiter des Gymnasiums Dionysianum in Rheine. Beide sind 2015 in die GSP eingetreten und gut in der Stadtgesellschaft vernetzt. Verschüer engagiert sich neben der GSP u. a. in einer Altenwohnanlage und einem Fallschirmsprungverein, Meer bei der Westfälisch-Lippischen Direktorenvereinigung, verschiedenen Fördervereinen und dem Verein Alter Dionysianer.

„Der Bürgermeister und die Regionalpresse sind uns sehr wohlgesonnen, wir pflegen regelmäßige Kontakte zum Kreisverband der Europa-Union, dem Städtepartnerschaftsverein, den verschiedenen Traditionsverbänden der Bundeswehr, zum Reservistenverband, zum Bundeswehrverband und zu anderen Netzwerkern hier in Rheine“, so Verschüer. Die Veranstaltungen werden stets umfassend in der Presse angekündigt und über die unterschiedliche Vereine und Verbände innerhalb ihrer jeweiligen Mitgliederkreise bekannt gemacht, sodass meist zwischen 120 und 220 Zuhörer begrüßt werden können. Über die Resonanz könne man sich ebenfalls nicht beklagen – fast immer erscheinen Berichte zu den Veranstaltungen in der Münsterländischen Volkszeitung.

Neben Erwachsenen nehmen auch regelmäßig Schülerinnen und Schüler bzw. auch ganze Mittel- und Oberstufenkurse an den Veranstaltungen teil. Wesentlich ist dabei auch die gute Zusammenarbeit mit dem Gymnasium Dionysianum in Rheine – das der stellvertretende Sektionsleiter leitet. „Wir legen den Begriff Sicherheitspolitik bewusst sehr weit aus – traditionell militärische Themen bieten wir in dieser Form so nicht an“, so Verschüer.
Dieses Konzept hat sich für die Sektion Rheine als erfolgverspechend bewährt. Das hieße allerdings keineswegs, dass die wichtige militärpolitische Komponente der Sicherheitspolitik vernachlässigt würde. 

Pro Jahr werden an der Ems bis zu sechs Veranstaltungen durchgeführt. Der Inhalt des Vortrages und der Vortragende stehen dabei im Mittelpunkt. Themen der vergangenen Vorträge waren etwa ‚Nexus: Wasser - Energie - Klima‘, ‚Fragile Staatlichkeit in Osteuropa‘, ‚Medien zwischen Vierter Gewalt und Fakenews‘, ‚China – der asiatische Riese‘, ‚Entwicklungspolitik für und mit Afrika, oder ‚Der dreißigjährige Krieg und seine Folgen für die Ordnung Europas‘. Über diese Vortagsveranstaltungen hinaus werden den Gymnasien und der Berufsschule regelmäßig auch Ausstellungen der Bundesstiftung für die Aufarbeitung der SED Diktatur angeboten und als Wanderausstellungen in den Schulen ausgehängt und dort auch als Unterrichtsmaterialien genutzt. Gerne angenommen und für die Sektionsarbeit belebend wirkt auch das exklusive Angebot an die GSP-Mitglieder, nach Vorträgen mit dem Referenten noch bei Getränken und Essen den Vortragsabend ausklingen zu lassen.


(Links Jupp Verschüer, rechts Oliver Meer, Photo: GSP Sektion Rheine)

Dass dies Erfolg hat, lässt sich auch an den Zahlen nachweisen: Ausgehend von einem ‚Altbestand‘ von ca. 15 Mitgliedern (Eintrittsdaten zwischen 1977 und 2005) konnten seit 2015 insgesamt 19 neue Mitglieder gewonnen werden. Für Rheine – mit 76.000 Einwohnern die größte Stadt im Kreis Steinfurt – sind die GSP-Veranstaltungen inzwischen eine echte Bereicherung des Angebots an politischen Veranstaltungen. Aktive für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen, so die beiden Sektionsleiter – sei eine schwierige Aufgabe, „aber in Rheine versuchen wir mit unserem Ansatz zumindest ein Publikum zu finden“. Insbesondere das Erreichen einer jüngeren Zielgruppe sei dabei die Voraussetzung dafür, dass die GSP auch künftig eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Sicherheitspolitik spielt.
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NEUES ZUR SICHERHEITSPOLITIK
Sicherheitspolitik geht alle an – aber das Informationsangebot ist nahezu unüberschaubar. An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl kurzer Kommentare, Literaturhinweise und Empfehlungen zur kritischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung zu aktuellen sicherheitspolitischen Fragen. Diskussionsmöglichkeiten finden Sie in unserem sicherheitspolitischen Forum.
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Kersten Lahl/Johannes Varwick: Sicherheitspolitik verstehen. Handlungsfelder, Kontroversen und Lösungsansätze. Frankfurt/M. 2019.
Das Buch beschreibt die Anforderungen an eine vernetzte, präventiv angelegte Sicherheitspolitik und analysiert die wesentlichen sicherheitspolitischen Risiken, Instrumente, Handlungsfelder und Akteure. Eine Rezension finden Sie hier.

Peter Becker, Ronja Kempin: Die EU-Kommission als sicherheits- und verteidigungspolitische Akteurin, SWP aktuell, Juni 2019.
Die Europäische Union soll ‚weltpolitikfähig‘ werden und die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Union gestärkt werden. Wie das jedoch geschehen sollte, welche Strukturen erforderlich sind und wer dies entscheiden soll, darüber herrscht Dissens. Hier geht es zur Publikation.
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Politikum Heft 4/2019 zum Thema ‚Neue Geopolitik‘
Zunehmend gerät in Wissenschaft und Politik der Zusammenhang zwischen  geographischen Gegebenheiten und politischen Konstellationen wieder in den  Blick. Kurzum: Der Begriff ‚Geopolitik‘ erfährt in mancherlei Hinsicht eine  Renaissance. Diese Ausgabe von Politikum informiert umfassend.
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Iran entblößt sein wahres Gesicht (NZZ-Online-Artikel)
In einem langen Interview macht Herbert McMaster, der frühere Sicherheitsberater Präsident Trumps, die wichtigen Linien der amerikanischen Außenpolitik klar. Man muss nicht alle Positionen teilen, aber die US-Haltung wird sehr deutlich. Nachzulesen hier.
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Gesellschaft für Sicherheitspolitik e.V.
Prof. Dr. Johannes Varwick, Präsident (Verantwortlich), Fabian Schlüter B. A., Assistent des Präsidenten (Redaktion)
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